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Myelographie

Myelographie der Lendenwirbelsäule (CT) mit Nachweis des Kontrastmittels im Rückenmarkskanal, wodurch sich einzelne Nervenwurzeln sich gut abgrenzen lassen (roter Pfeil). Nachweis eines Bandscheibenvorfalls in der Lendenwirbelsäule (gelbe gepunktete Linie).

Die Myelographie bzw. Myelografie ist ein invasives, bildgebendes Verfahren an der Wirbelsäule, das der weiterführenden Diagnostik bei Einengungen des Wirbelkanals oder der Nervenaustrittskanäle (Wurzelkompressionssyndrome) dient.

Eine Myelographie kann bei Patienten erforderlich sein, die metallische Implantate in der zu untersuchenden Region der Wirbelsäule aufweisen (Abbildung 1), oder aufgrund eines Herzschrittmachers oder eines anderen Implantates keine Kernspintomographie erhalten können.

Bei der Myelographie wird ein Kontrastmittel in den Wirbelkanal, genauer dem spinalen Liquorraum (Subarachnoidalraum) eingebracht. Anschließend werden Röntgenaufnahmen (in verschiedenen Projektionen) sowie eine Computertomographie der Wirbelsäule nach Kontrastmittelgabe durchgeführt.

Alternativ oder ergänzend zur Myelografie/Myelon-CT können folgende Verfahren infrage kommen: Die Kernspintomographie (ein Verfahren, das mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen Bilder erzeugt) und eine Computertomographie der Wirbelsäule ohne Kontrastmittel im Wirbelkanal.

Auf Wunsch informiert sie ihr Arzt gerne näher über diese Methoden.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Untersuchung erfolgt zunächst im Sitzen oder in Seitenlage. Der Arzt führt unter sterilen Bedingungen eine dünne Hohlnadel (bei Bedarf in örtlicher Betäubung) zwischen zwei Wirbelkörper im Bereich der Lendenwirbelsäule in den Wirbelkanal ein. Durch diese entnimmt er zunächst wenige Milliliter „Hirnwasser“ (Liquor) für die Laboruntersuchung.

Anschließend spritzt der Arzt In diesen mit Nervenwasser (Liquor) gefüllten Raum langsam ca. 10-15 ml wird jodhaltiges (Röntgen-) Kontrastmittel. Dann wird die Nadel entfernt. Im Anschluss bilden Röntgen-und Computertomographie-Aufnahmen (Myelo-CT; computergesteuerte Röntgen-Querschnittsbilder) in unterschiedlichsten Lagen angefertigt.

Je nach Fragestellung verbleibt das Kontrastmittel in der Lendenwirbelsäule oder kann sich das Kontrastmittel durch Kopftieflagerung bis in die Brust-bzw. Halswirbelsäule ausbreitend und ermöglicht dort gezielte Aufnahmen (thoracale/cervikale Myelographie/Myelo-CT).

Ist mit Komplikationen zu rechnen?

Die Myelografie ist ein risikoarmes diagnostisches Verfahren. Trotz größter Sorgfalt kann es in Einzelfällen zu Komplikationen kommen, die in aller Regel gut beherrschbar sind. Mögliche Komplikationen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, allergische Reaktionen, Infektionen, Blutungen, sehr selten auch Entzündungen des Rückenmarks und der Hirnhäute, sowie extrem selten Verletzungen von Nerven mit vorübergehendem oder auch bleibendem Funktionsverlust (Sensibilitätsstörungen, Lähmungen).

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