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Aneurysmen der Hirnarterien

Aneurysmen sind sackartige Ausstülpungen der Blutgefäße. Die Wand eines Aneurysmas weist nicht die gleiche Festigkeit auf wie ein normales Gefäß. Mit zunehmender Größe besteht die Gefahr eines Einrisses und einer Blutung. Liegt das Aneurysma im Schädelinneren, kann eine solche Blutung lebensgefährlich sein. Die meisten Aneurysmen werden erst entdeckt, wenn sie bereits geblutet haben. Dann sollte rasch gehandelt werden, um eine weiteres Blutungsereignis zu verhindern.

Zunächst ist eine angiographische Darstellung der Gefäßverhältnisse im Schädelinneren notwendig. Grundsätzlich gibt es für Aneurysmen eine chirurgische und eine angiographisch-interventionelle Behandlungsmöglichkeit. Für bestimmte Typen und Standorte der Aneurysmen haben sich Vorteile für die interventionelle oder die offene chirurgische Methode gezeigt. Neurochirurgen und Neuroradiologen entscheiden anhand der Beschaffenheit des Aneurysmas in den angiographischen Bildern gemeinsam, welches Verfahren im Einzelfall am zuverlässigsten und sichersten ist. An die diagnostische Angiographie kann gegebenenfalls die interventionelle Therapie gleich angeschlossen werden. Dabei wird ein "Coiling“ vorgenommen: über einen dünnen Katheter, der bis in das Aneurysma vorgeschoben wird, werden kleine Platindrahtspiralen (engl. “coils“) in den Bauch der Aussackung geschoben, bis kein Blut mehr einfließen kann. Das Blut im Aneurysma gerinnt, die Gefahr einer Blutung ist gebannt.

Coiling eines Aneurysmas der A. communicans posterior. Über einen Mikrokatheter (roter Pfeil) werden nach und nach Platinspiralen in das Aneurysma eingebracht (gelbe Pfeile).

Durch die immer häufigere Anwendung hochauflösender bildgebender Verfahren - vor allem der Kernspintomographie (=MRT; Magnetresonanztomographie) - werden zunehmend Aneurysmen entdeckt, die sich bislang noch gar nicht bemerkbar gemacht hatten. Aktuelle Schätzungen gehen von Aneurysmen der Hirngefäße bei bis zu 5 % der Bevölkerung aus. Dabei handelt es sich in den wenigsten Fällen um gefährliche Befunde und meistens genügt eine Beobachtung durch gelegentliche kernspintomographische Kontrollen. Ab einer gewissen Größe ist jedoch Vorsicht geboten - hin und wieder ist Trägern von zufällig entdeckten Aneurysmen zu raten, es vorsorglich behandeln zu lassen.

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Fortbildungen

Wir bieten unseren Mitarbeitenden ein umfangreiches Fortbildungsprogramm an, mit welchem sie sich kontinuierlich weiterbilden können.

Eigene Fortbildungen:

FORUM NEURORADIOLOGICUM 15.-16. November 2019

REPETITORIUM NEURORADIOLOGICUM 14. November 2019