Sie befinden sich hier

Inhalt

Gestationsdiabetes

Spezialsprechstunde Gestationsdiabetes

Die Sprechstunde für Gestationsdiabetes ist eine Spezialsprechstunde für Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels in der Schwangerschaft. In enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Diabetologie der V. Medizinischen Klinik erfolgt eine individuelle Beratung, eine umfassende diagnostische Abklärung und Therapie während der Schwangerschaft und unter Geburt.

Definitionen

Generell werden folgende Diabetesformen unterschieden:

Typ-I Diabetes mellitus

Glukose- also Zuckertoleranzstörung, die meist durch einen absoluten Insulinmangel bedingt ist.

Typ-II Diabetes mellitus

Glukosetoleranzstörung, die durch eine Insulinresistenz, d. h. Unempfindlichkeit, entsteht.

Gestationsdiabetes

Erstmals in der Schwangerschaft aufgetretene oder diagnostizierte Glukosetoleranzstörung. Man geht davon aus, dass bis zu 20 Prozent aller Schwangeren an einem Gestationsdiabetes erkranken. Es handelt sich also um eine sehr häufige Besonderheit in der Schwangerschaft.

Ursachen

Die Entstehung der Erkrankung ist bis heute nicht genau geklärt. Wesentliches Hormon in der Steuerung des Blutzuckers ist Insulin. Insulin führt zu einer Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Zellen.

Hormone des Mutterkuchens (Plazenta) wirken gegen Insulin. Dies ist notwendig, um dem wachsenden Kind ausreichend Energie zur Verfügung zu stellen. Der Wirkungsverlust des Insulins kann in dieser Zeit bis zu 300 Prozent betragen.

Vorsorgliche Diagnostik

Wenn weniger Zucker in die Zellen aufgenommen wird, steigt im mütterlichen Blut die Konzentration des Zuckers. Werden die Grenzwerte überschritten, so liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor.

Ein Gestationsdiabetes ist zunächst symptomlos und wird erst durch akute Komplikationen in Schwangerschaft, unter Geburt oder mütterliche bzw. kindliche Langzeitfolgen klinisch sichtbar.

Eine vorsorgliche Diagnostik wird bei folgenden Risikofaktoren empfohlen:

  • Alter größer 30 Jahre
  • Gestationsdiabetes in vorausgegangenen Schwangerschaften
  • Vorausgegangene Geburt mit einem kindlichen Gewicht über 4.000g
  • Auffällige sonographische Befunde (großes Kind, viel Fruchtwasser, u. a.)
  • Drei oder mehr Fehlgeburten in der Vergangenheit
  • Nüchternblutzuckerwert von ≥ 90 mg/dl
  • Vorausgegangene Totgeburt
  • Eltern/Geschwister, die an einem Diabetes mellitus erkrankt sind

Risiken für Mutter und Kind

Risiken Ihres ungeborenen Kindes

Ihr Kind teilt sich mit Ihnen die Nährstoffe und alle anderen Stoffe, die über den Mutterkuchen an das Kind weitergegeben werden. Ihr erhöhter Blutzucker wird im kindlichen Kreislauf normalisiert. Dies schafft Ihr Kind nur durch eine Insulin-Überproduktion. Die kindliche Überproduktion von Insulin ist der wesentliche Faktor für die möglichen Komplikationen eines unbehandelten Schwangerschaftsdiabetes.

  • Erhöhtes Fehlbildungsrisiko
  • Verzögerte Organreifung (z. B. Lunge)
  • Fetale Makrosomie (kindliches Übergewicht)
  • Erhöhtes Frühgeburtsrisiko
  • Erhöhtes Risiko für Komplikationen unter der Geburt
  • Beeinträchtigung der Funktion der Plazenta mit Mangelversorgung des Feten
  • Unterzucker des Kindes nach der Geburt
  • Erhöhtes Risiko des Neugeborenen später selbst einen Diabetes mellitus zu entwickeln

Risiken für Sie als werdende Mutter

Auch für die werdende Mutter bedeutet die Diagnose eines unbehandelten Schwangerschaftsdiabetes ein zusätzliches Risiko. Wesentlich in der Entstehung folgender Komplikationen ist die Erhöhung von Insulin und Blutzucker.

  • Erhöhtes Risiko für Infektionen in der Schwangerschaft (Harnwegsinfekte, etc.)
  • Erhöhtes Risiko für Bluthochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft
  • Bei Feten mit einem sonographischen Schätzgewicht > 4.000g steigt das Risiko für Geburtsverletzungen der Mutter und des Kindes; außerdem ist mit einer erhöhten Kaiserschnittrate zu rechnen.
  • Bei ca. 50 Prozent der Gestationsdiabetikerinnen kommt es in der Folgeschwangerschaft erneut zu einem Gestationsdiabetes.
  • Bis zu 50 Prozent der Gestationdiabetikerinnen entwickeln im Verlauf ihres Lebens einen Typ II Diabetes mellitus („Alterszucker”).

Was können Sie tun?

Eine frühe Diagnose eines Schwangerschaftsdiabetes erlaubt eine rechtzeitige Therapie. Die oben genannten Risiken und Komplikationen lassen sich deutlich in ihrer Häufigkeit reduzieren oder gänzlich vermeiden.

Aus diesem Grund empfehlen wir einen Zuckerbelastungstest (OGTT) zur Frühdiagnose, um mit unserem interdisziplinären Team aus Diabetologen und Geburtshelfern im Falle des Falles das bestmögliche Therapiekonzept für Sie und Ihr Kind zu erarbeiten.

Damit werden optimale Voraussetzungen für eine komplikationslose Schwangerschaft und Geburt geschaffen sowie mütterliche und kindliche Spätfolgen vermieden.

Termin in der Schwangerenambulanz

Unsere Schwangerenambulanz ist von Montag bis Freitag von 08:00 - 14:00 Uhr durch ein erfahrenes Team besetzt. Wir bitten Sie, telefonisch oder über unser Terminbuchungs-System einen Termin zu einem persönlichen Gespräch in der Schwangerenambulanz zu vereinbaren.

Telefon 0621/383-1649
Termin buchen

Kontextspalte


Leitende Hebamme

Diana Haase

Leitende Hebamme

Marlen Wernicke

Stellvertretende leitende Hebamme

Ärztliche Ansprechpartner

Regine Schaffelder

Dr. med. Regine Schaffelder

Oberärztin

  • DEGUM II Qualifikation
  • Schwerpunkt spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
  • Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
Dr. Med. Christiane Otto

Dr. med. Christiane Otto

Geschäftsführende Oberärztin

  • DEGUM II Qualifikation
  • Schwerpunkt spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin

Vita

Dr. med. Barbara Filsinger 

Oberärztin

  • Leiterin Mutter- Kind- Zentrum
  • DEGUM II Qualifikation
  • Schwerpunkt spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin

Dr. med. Oliver Nowak

Oberarzt

  • Schwerpunkt spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin