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Erkrankungen der Venen

Allgemeines zu Venenerkrankungen

Die Venen transportieren sauerstoffarmes Blut aus den körperfernen Regionen (Kopf, Arme, Bauch-und Beckenorgane und Beine) zum rechten Herzen zurück

Drei der häufigsten Venenerkrankungen sind:

  • Erweiterung der oberflächlichen Venen (Varikosis)
  • Verschlüsse des tiefen Venensystems
    (Akute Phlebothrombose)
  • Klappenerkrankung der tiefen Venen
    (Leitveneninsuffizienz und PTS)

Varikosis

Der venöse Blutstrom zum Herzen gegen die Schwerkraft wird über die sogenannte Muskelpumpe am Bein und über die Sogwirkung der Atmung und des Herzens gewährleistet. In den Venen der unteren Extremität finden sich Venenklappen, die wie Ventile wirken und einen Rückfluss des Blutes verhindern.

In der Leiste mündet das Blut von den oberflächlichen Venen (Haut) in die tiefen Beinvenenenen. Eine Schädigung der Klappen führt dazu, dass Blut aus den tiefen Venen in die oberflächlichen zurückfließen kann. Die oberflächliche Vene kann dem Druck über längere Zeit nicht mehr standhalten und erweitert sich. Zudem wird das tiefe Venensystem durch das erhöhte Rezirkulationsvolumen überlastet und geschädigt.  

Alarmzeichen sind Beinschwellungen und Hautveränderungen. Wenn ein Krampfaderleiden jedoch über längere Zeit unbehandelt besteht, kann es zur Ausbildung von Ulzera (Ulcus cruris, offene Beine) kommen. Andere Folgen sind die Entzündung der Venenwand (Phlebitis) oder die lokale Thrombose (Varikothrombose) kommen. Dies ist zwar nicht gefährlich, aber schmerzhaft. Eine Varikothrombose wird dann gefährlich, wenn sie die Einmündung ins tiefe Venensystem betrifft. Hier kann sie unter Umständen eine Lungenembolie auslösen. In dieser Situation ist die rasche Operation empfohlen.

Ziel der Behandlung der unkomplizierten Varikosis ist die Beseitigung der erweiterten Venen und eine Unterbrechung des Rezirkulationskreislaufes. Diese erfolgt durch die operative Entfernung der erkrankten und nutzlos gewordenen Vene bzw. des Venenabschnittes (Venenstripping).

Aktue Phlebothrombose

Unter einer akuten Phlebothrombose versteht man eine Thrombose im tiefen Venensystem. Sie kann sowohl auf den Unterschenkel beschränkt sein, aber auch das tiefe Venensystem, die Beckenetage und im Einzelfall sogar die untere Hohlvene betreffen.

In der Regel werden Thrombosen unterhalb der Leiste konservativ mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten und elastischer Kompression behandelt. Um ein Fortschreiten der Thrombose sowie eine folgenschwere Lungenembolie zu verhindern kann insbesondere bei jüngeren Patienten auch eine operative Thrombektomie angezeigt sein. Hierzu wird ein Ballonkatheter durch die Thrombose geschoben und nach Aufblasen des Ballons der Thrombus nach außen ausgeleitet.

Ein weiteres Ziel eines operativen Vorgehens ist es, sekundäre Schäden abzuwenden. Diese sind die Zerstörung der Venenklappen durch den Thrombus. Folgen sind die Leitveneninsuffizienz und dem daraus resultierenden postthrombotischen Syndrom (PTS).

Leitveneninsuffizienz und PTS

Bei der Leitveneninsuffizienz liegt eine Schädigung des tiefen Venensystems vor. Dieses kann Folge eines langjährigen Krampfaderleidens sein, oder im Rahmen eines postthrombotischen Syndroms (PTS) entstehen.

Die Behandlung des PTS besteht in der straffen elastischen Kompression. Trotzdem ist in vielen Fällen das Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris) nicht mehr zu verhindern. Gelingt dies nicht, besteht chirurgisch die Möglichkeit, durch eine Hauttransplantation den Hautdefekt zu decken und somit zu heilen. In seltenen Fällen ist es erforderlich eine Venenklappe aus der Armvene zu entnehmen und in die Beinvene einzusetzen.

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