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Aneurysmen: Erweiterung der Blutgefäße

Durch Arteriosklerose, Hypertonus, mechanische Einrisse, aber auch durch genetische Faktoren kann die Gefäßwand nachgeben. Das Gefäß nimmt im Durchmesser zu. Überschreitet diese Zunahme 50% des normalen Gefässdurchmessers, so spricht man von einem Aneurysma.  Die Gefahr eines Aneurysmas ist die Ruptur mit Blutung oder die Bildung von Gerinnseln, die dann in weiter peripher gelegene Gefäßabschnitte gespült werden können.  Grundsätzlich kann sich ein Aneurysma in jedem Gefäßabschnitt manifestieren. Am häufigsten finden sich Aneurysmen in der Hauptschlagader unterhalb der Nierenarterien. Gelegentlich sind jedoch auch andere Segmente der Aorta, die Beckenarterien oder die Beinarterien betroffen.

Alle Aneurysmen nehmen mit der Zeit an Größe zu. Wächst ein Aneurysma schnell, dann kann das – ebenso wie die Morphologie (Art der Aussackung) einen Grund für eine frühzeitige Aneurymaausschaltung sein. Am Universitätsklinikum Mannheim können Aneurysmen vom Aortenbogen bis in die peripheren Blutgefäße oder die Organarterien hinein behandelt werden.

Behandlung des Aneurysmas

Hat ein Aneuryma eine kritische Größe erreicht, so muss entschieden werden, ob das Aneurysma über Schnitt (konventionell) oder katheterbasiert (endovaskulär) therapiert wird. Grundsätzlich wird bei allen Patienten die endovaskuläre (Stent) Therapie bevorzugt. Vorteil der Stentprothesen ist das geringere Risiko und die geringere Belastung für den Patienten. Der Nachteil ist eine höhere Reparaturanfälligkeit.

Offene Operation

Nach Eröffnung des Bauchraums und Präparation der relevanten Strukturen wird die Hauptschlagader (Aorta) oberhalb und unterhalb des Aneurysmas abgeklemmt. Nach Eröffnung der Aorta wird die gesamte Strecke der erkrankten Schlagader durch eine  Gefäßprothese ersetzt. Dazu wird jeweils das Ende der Prothese oben und unten an die gesunde körpereigene Aorta genäht. Das Blut fließt nun durch die Prothese wieder weiter zu den Organen, das Aneurysma ist ausgeschaltet. Bei reibungslosem Eingriff kann eine Entlassung nach frühestens 7 Tagen nach dem Eingriff erfolgen. In der Regel ist eine nachstationäre Rehabilitation sinnvoll.

Endovaskuläre Aneurysmaausschaltung

Über eine Punktion des Leistengefäßes wird der Stentgraft über Führungsdrähte in die Hauptschlagader eingeführt, das Aneurysma über seine gesamte Länge geschient und oben und unten überlappend in der gesunden Aorta positioniert. Die Endoprothese wird durch Eigendruck und spezielle Verankerungsmechanismen an die Gefäßwand gepresst und schaltet somit das Aneurysma aus.

Dadurch wird das Aneurysma vom Blutfluss getrennt und bildet sich allmählich wieder zurück. Der stationäre Aufenthalt ist in der Regel kürzer als der Aufenthalt bei einer konventionellen Aneurysmaausschaltung.

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Prof. Dr. med. Michael Keese

Prof. Dr. med. Dr. med. Habil.
Michael Keese

Chefarzt der Abteilung Gefäßchirurgie

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